Über Oliver Hoffmann

Demokratie zeichnet sich nicht dadurch aus, dass Experten und Berufspolitiker bestimmen, was passiert. Demokratie lebt vom politischen Engagement normaler Staatsbürger. Ich war immer wieder auf unterschiedliche Weise politisch tätig, wenn ich einen konkreten Bedarf gesehen habe, mich einzubringen. Mein Engagement war immer projektorientiert, mit einem konkreten Ziel und zeitlich befristet. Dazwischen habe ich mich immer wieder ins Privatleben zurückgezogen. Im Akademischen Gymnasium Wien war ich ein Jahr lang Klassensprecher. Damals haben Schuldirektion und Lehrer Druck auf Schul- und Klassensprecher ausgeübt und meine Klassenkollegen hatten Angst vor Repressionen. Ich wollte meinen Beitrag dazu leisten, dass diese Art des Drucks abgebaut wird, was dann auch gelungen ist. Während des Studiums habe ich den öffentlich ausgetragenen Kampf der Informatiker um bessere Studienbedingungen an der Technischen Universität Wien mit organisiert und wurde dann auch ein paar Mal in diverse Verhandlungen und Gremien als Studentenvertreter delegiert. Ziel waren mehr Räume, Professoren und Assistenten für die zunehmende Zahl an Informatikstudenten, dieses Ziel wurde erreicht. Von 1995 bis 2000 war ich im Liberalen Forum aktiv. Einerseits war ich Teil des Kernteams im 4. Wiener Gemeindebezirk, habe den Wahlkampf 1996 maßgeblich mitgestaltet und war dann Bezirksrat in Wieden. Andererseits habe ich den bundesweiten parteiinternen Ausschuss zur Informationsgesellschaft gegründet und geleitet, womit das Liberale Forum die erste Österreichische Partei wurde, die sich für die Einhaltung von Grundrechten im Internet eingesetzt hat. Das hat dann unter anderem zur aktuellen Stunde Moderne Medien im Netz der Fahndungsmethoden im Nationalrat geführt. Meine Ziele für das Engagement im Liberalen Forum waren die Mitwirkung auf lokaler Ebene und das Einbringen meiner inhaltlichen Kompetenz in neuen Themen wie Internet, was beides erfolgreich war. Nach einer weiteren siebenjährigen Pause wollte ich 2008 herausfinden, warum alle Parlamentsparteien ein Frauenprogramm haben und keine ein Männerprogramm und was passiert, wenn jemand ein Signal setzt, dass es jetzt auch eine politische Vertretung für Männeranliegen gibt. Daher habe ich die Männerpartei gegründet. Die Männerpartei war von mir inhaltlich tendenziell liberal aufgestellt, der Fokus war auf Gleichberechtigung für Männer in allen Lebensbereichen. Aber kurz nach der Gründung wurde ich von einer Flut von Anfragen getrennter oder in Trennung befindlicher Väter überschwemmt, dadurch war die Partei dann fast nur in diesem Themenbereich aktiv. Ein einigermassen objektiv geschnittenes Interview zur damaligen inhaltlichen Ausrichtung gibt es noch immer auf Youtube. 2010 hat sich die Männerpartei zusammen mit anderen Gruppierungen für direktdemokratiche Anliegen eingesetzt und ich habe als Spitzenkandidat der Plattform Direkte Demokratie (DEM) bei Wiener Regionalwahlen kandidiert. Nach meinem Rückzug wurde die Männerpartei 2013 von Hannes Hausbichler übernommen und ich habe mich bis 2021 nicht aktiv politisch betätigt, mit Ausnahme eher vermittelnder oder moderierender Funktionen wie in der Diskussion über Männerpolitik der Liste Jetzt und der immer wieder vorgebrachten Forderung nach Einbau einer elektronischen Abstimmungsanlage im Nationalrat. Ende Juli 2022 habe ich dann meine Absicht erklärt, bei der Wahl zum Österreichischen Bundespräsidenten zu kandidieren.

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